Karneval in Venedig – Reisebericht

3 Tage Venedig

Karneval in Venedig. Ja, den wollte ich schon immer mal erleben. Aber die erwarteten Menschenmassen haben mich bis dato davon abgehalten.

Dieses Jahr war nun aber der Besuch einer einzigartigen Veranstaltung zur Karnevalszeit geplant. Leider wurde diese aufgrund zu wenig verkaufter Tickets im letzten Moment abgesagt. Aber Hotel war bereits gebucht und die Zugtickets gekauft, also auf in die Lagunenstadt!

Etwas über 7 Stunden dauert die Fahrt im Railjet vom Hauptbahnhof Wien bis zum Bahnhof Santa Lucia und mit der Sparschiene der ÖBB kann man hier auch relativ günstig reisen.Venedig Karneval_IMG_7612

Das Hotel Venice Times lag sehr günstige 5 min. vom Bahnhof entfernt und schon nach Verlassen des Bahnhofs ist man sofort mitten drinnen im zauberhaften Flair von Venedig.

Der Canale Grande liegt einem quasi gleich zu Füßen, und vor den Restaurants und Cafés sitzen sogar im Winter etliche Gäste. Natürlich sind auch auf den Straßen, Gassen und Brücken bereits viele Menschen unterwegs.

Erster Spaziergang

Da es nicht mein erster Besuch war, lag das Hauptaugenmerk nicht auf den Highlights wie dem Markusplatz, Dogenpalast oder Seufzer- oder Rialtobrücke. Es ging also erstmals nur um das „Eintauchen“ in die einzigartige Atmosphäre Venedigs, das Erforschen und Entdecken der großen und kleinen Gassen, denn die Lagunenstadt lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden, man kann aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, die hier kleine Boote, die sogenannten “Vaporettos”. Eine Fahrt kostet 7,50 €, ein Tagesticket 20 €. So kann man vom Bahnhof über die Rialtobrücke bis zum Markusplatz fahren und am Weg dahin vom Wasser aus die wundervollen Häuserfronten der Palazzi bestaunen.

Für bequemes Sightseeing bieten sich natürlich auch die berühmten Gondel an. Hier wird’s aber doch etwas teurer, aber dafür ist man auch in kleinen Seitenarmen unterwegs und kann sich zu zweit in die Sitze kuscheln.

Distorted Picture PhotographySchließlich landeten wir aber doch am Markusplatz: hier war eine große Bühne innerhalb einer Art Zirkus-Setting aufgebaut und es wurde ein Kostümwettbewerb abgehalten. Und auch am Platz selbst waren zahlreiche und teils wirklich imposante und aufwändige Kostüme zu bewundern.

Klarerweise sind hier dann auch Unmengen an Touristen unterwegs und die Lokale am Platz auch trotz der sehr gehobenen Preise gut gefüllt. Viele davon bieten auch wirklich ein schönes Ambiente, wie z.B. das “Caffè Florian”, in welchem viele Elemente noch aus dem 19. Jahrhundert stammen. Es wurde bereits 1720 eröffnet und ist somit das älteste Kaffeehaus Italiens. Und so zahlt man dann hier halt schon mal 10 € für einen Kaffee oder ein kleines Bier.

Zum Abendessen ging’s dann in die “Osteria La Zucca”, hier ist das Angebot an vegetarischen Speisen ganz in Ordnung, vegan leider sehr überschaubar. Das Ambiente ist aber sehr schön und das Servicepersonal ist sehr freundlich, auskunftsfreudig und hilfsbereit.

Nach dem Essen sind war dann am Heimweg noch zufällig über die “Osteria da Filo” und in Folge über ein paar Drinks gestolpert. Für venezianische Verhältnisse sind hier die Preise sehr ok, das Publikum ist auch eher jünger und nicht das typisch touristische.

Samstagabendprogramm

Distorted Picture PhotographyAm Samstagabend stand der “Venedig-Spaziergang mit Geistern und Legenden” am Programm. Hier erfährt man bei einem 90 minütigen Rundgang, meist abseits der belebten Straßen und Gassen, Interessante Details zur dunklen Geschichte von Venedig. Und davon lebt diese Tour, den die besuchten Orte sind nicht gerade spektakulär, bis auf den  Palazzo Contarini del Bovol mit seiner eindrucksvollen außen liegenden Wendeltreppe.

Nebenbei hört man noch Geschichten über Spuk-Hotels und verfluchte Palazzi (siehe auch weiter unten), Friedhöfen, den Pestepidemien und das frivole Treiben zu den Zeiten von Casanova.

Zur Stärkung ging es dann im Anschluss in das Restaurant Birraria welches eine feine Auswahl an vegetarischen und veganen Speisen bietet.

Ausklang am Sonntag

Distorted Picture PhotographyDen Sonntagsbesuch am Markusplatz haben wir dann ausgelassen. Dieses Jahr wurden zwar die Besuchermassen auf 20.000 Personen beschränkt (im Gegensatz von bis zu 40.000 in den letzten Jahren), aber wir haben die Zeit für eine Erkundung des südlich gelegenen Stadtteils Dorsoduro genutzt. Hier liegt z.B. die Peggy Guggenheim Collection oder die barocke Kirche Santa Maria della Salute sowie der angeblich verfluchte Palazzo “Ca Dario”, dessen schauerliche Geschichte wir am Vorabend bei der Geistertour erfahren haben. Etliche ehemalige Besitzer sind durch Selbstmorde oder Unfälle aus dem Leben geschieden und zur Zeit steht er leer und ist dem Verfall preisgegeben…

Ein Tipp, den wir von der netten Empfangsdame im Hotel bekommen haben, ist die Dachterrasse des Luxus-Konsumtempels Fondaco dei Tedeschi.

Zentral neben der Rialtobrücke gelegen herrscht im Inneren Luxus pur auf mehreren Etagen. Aber man kann von hier aus auch  (am besten nach vorheriger kostenloser Online-Anmeldung) für 15 Minuten einen Blick von oben auf die Lagunenstadt riskieren.

Distorted Picture PhotographyEinen Fixpunkt hatte ich aber noch auf meiner Sightseeing-Liste vorgemerkt, und zwar die Kirche San Zaccaria, in der sich eine quasi überschwemmte Krypta befindet. Nur einen Steinwurf vom Markusplatz entfernt hat sich der Besuch des Gotteshauses dann noch als doppelter Glücksgriff entpuppt, denn abseits der Besuchermassen hatten sich dort auch viele Menschen in großartigen Kostümen versammelt und haben sich bereitwillig fotografieren lassen!

Die Fotogalerie mit den großartigen Masken und Kostümen ist hier zu finden!

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